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Datum/Zeit
Date(s) - 29/12/2021
19:30 - 21:00

Veranstaltungsort
Theater am Leibnitzplatz

Kategorien


Diese pastorale Komödie verbindet viele bekannte shakepeareschen Motive: der Wald als Ort der Zuflucht und Bedrohung zugleich, verfeindete Bruderpaare, ein verliebtes Mädchen in Männerkleidung und ein ebenso verliebter junger Mann, der von der Verkleidung seiner Angebeteten an der Nase herum geführt wird. Doch unter der komödiantischen Oberfläche spiegeln sich auch die dunkleren Facetten ihrer Entstehungszeit: eine Stimmung der Standesungewissheit und des kaum verhohlenen Materialismus als Folge von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in der elisabethanischen Welt.

So ist es kein Zufall, dass der Ausgangspunkt der Komödie eine eher bittere Note enthält: die Bruderpaare Orlando und Oliver de Boys befehden sich um ihr Erbe, Herzog Frederick hat seinem Bruder Titel und Thron geraubt und verstößt alle von seinem Hof, die ihm nicht genehm sind. Dazu gehört auch Rosalind, die Tochter seines abgesetzten und verbannten Bruders. Nur widerwillig duldet er sie als Freundin seiner eigenen Tochter Celia, und er ergreift die nächstbeste Gelegenheit, auch sie vom Hof zu verbannen. Doch hat er nicht damit gerechnet, dass er damit auch Celia verliert, die Rosalind auf ihrer Flucht in den Wald von Arden begleitet. Im Wald hat sich eine bunte Gesellschaft von Verbannten und Ausgestoßenen zusammengefunden, die jenseits des Hofes mit seinen Regeln und Verhaltenskonvention ein Lebensexperiment der Freiheit zu leben versuchen – der Wald ist Zuflucht und Utopie zugleich. Doch dieses Leben im Wald birgt ungeahnte Herausforderungen. Kann man das Leben neu organisieren ohne in alte Rollenmuster zurück zu fallen?
Rosalind verkleidet sich als Junge und dient sich Orlando, in den sie sich verliebt hat, unerkannt als Freund an, um ihm zu zeigen kann, wie er seine Angebetete für sich gewinnen kann. Diese Herzensdame ist natürlich keine andere als sie selbst!
Ein ebenso amüsantes wie tiefsinniges Versteckspiel beginnt: den Anderen kennenlernen, und auch sich selbst durch die Augen des Anderen neu entdecken – so nähern sich Rosalind und Orlando der Liebe an. Sie sind nicht die einzigen, denen Amors Pfeil im Fleisch steckt: Die Komödie spielt alle möglichen und unmöglichen Liebespaarungen durch: Der gewitzte Hofnarr und das bauernschlaue Trampel, der naive Schäfer und die eingebildete Dorfschönheit… Doch diesseits und jenseits aller Standesunterschiede – am Ende findet jeder Topf seinen Deckel.

 

von William Shakespeare.

Übersetzung: Rainer Iwersen.
Regie: Thomas Weber-Schallauer.
Bühne/Kostüme: Heike Neugebauer.
Musik: Andy Frizell.
Regieassistenz: Wanja Lange, Meret Trapp. Mit: Svea Auerbach, Christian Bergmann, Simon Elias, Tim Lee, Theresa Rose, Erik Roßbander.