STAATSSCHUTZ TREUPFLICHT BERUFSVERBOT

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Datum/Zeit
Date(s) - 03/12/2017
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort
bremer shakespeare company

Kategorien


Sonntag, 3. Dezember. Monat, 18.00 Uhr, Theater am Leibnizplatz.
PUBLIKUMSDISKUSSION MT EXPERTEN NACH DER LESUNG:
STAATSSCHUTZ TREUPFLICHT BERUFSVERBOT
(K)ein abgeschlossenes Kapitel der westdeutschen Geschichte.
Szenische Lesung aus der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“. Kooperation bremer shakespeare company und Universität Bremen, FB Geschichtswissenschaft.
Einrichtung Text/Szene: Peter Lüchinger. Mit: Simon Elias, Peter Lüchinger, Erik Roßbander, Erika Spalke, Kathrin Steinweg.
INFO ZUR DISKUSSION:
Für die Diskussion nach der Lesung „Staatsschutz Treupflicht Berufsverbote“ am 3. Dezember konnten Experten gewonnen werden: Die beiden Historiker Alexandra Jaeger und Dominik Rigoll.
Dominik Rigoll forschte zu Staatsschutz in Westdeutschland von der Entnazifizierung bis zur Extremistenabwehr und Alexandra Jaeger untersuchte die Umsetzung des Radikalenbeschlusses in Hamburg. Nach einem Austausch über die Lesung, wird die Diskussion für das Publikum geöffnet.

INFO ZUR SZENISCHEN LESUNG
Innere Sicherheit, Staatsschutz und Verfassungstreue sind zentrale Themen der öffentlichen Auseinandersetzung in den 1970er Jahren.
Grundlage der Lesung sind verschiedene Fälle (zum Beispiel Antje Linder, Barbara Larisch, Hermann und Renate Kuhn, Heidi Schelhowe, Frank Behrens, Günter Griese). Sie sind im Staatsarchiv Bremen überliefert, weil ihr Rechtsanwalt (Gerhard Baisch) die Akten dorthin abgegeben hat und die meisten Betroffenen einwilligten, dass ihre Akten „zum Sprechen“ gebracht werden dürfen. Mit ausgewählten Dokumenten (Adenauer-Erlass 1950 u.a.) und Artikeln aus der (inter-)nationalen Presse (Alfred Grosser, Jürgen Habermas z.B.) wird der Radikalenbeschluss in die Geschichte Westdeutschlands verortet.
Die Forschung zum Radikalenbeschluss, der die kritischen Vertreter/innen einer Generation verunsicherte, steht noch in den Anfängen. Die Praxis in einem Bundesland anhand von Fallakten – und damit die konkreten Folgen für die Betroffenen – ist bis jetzt noch nicht untersucht. Bremen ist unter mehreren Gesichtspunkten besonders spannend. Die Gründung der Universität und die Sorge des Staates, dass vor allem „linke Extremisten“ von ihr angezogen werden, in Bremen studieren wollen oder sogar Stellen bekommen; ein Bürgermeister (Hans Koschnick), der relativ früh den „Extremistenbeschluss“ als Fehler bezeichnete und dessen Anwendung zu entschärfen versuchte; und schließlich nach jahrelangen Initiativen der Fraktion Die Grünen / Bündnis 90/die Grünen der Beschluss von Senat und Bürgerschaft 2011/2012, die Richtlinien aufzuheben, die Betroffenen zu rehabilitieren und zu entschädigen.
Preise 13/erm. 6 €.

Foto: Mariann Menke