Linus Giese: Wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war

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Datum/Zeit
Date(s) - 04/11/2021
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Zentralbibliothek Bremen

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Im Rahmen der Queeren Thementage liest der Aktivist und Autor
Linus Giese aus seinem Buch Ich bin Linus, in dem er seine Lebensgeschichte erzählt und von Diskriminierung, Bedrohungen und dem großen Glück, endlich er selbst zu sein, berichtet.
Ein Satz, der wie eine Selbstverständlichkeit klingt – Ich bin Linus -, doch Linus Giese teilt sein Leben in ein Davor und Danach. Auf beeindruckende Weise erzählt er, warum er einunddreißig Jahre alt werden musste, um laut auszusprechen, dass er ein Mann und trans ist, und warum sein Leben heute vielleicht nicht einfacher, aber sehr viel glücklicher ist.
Eigentlich ahnt er es seit seinem sechsten Lebensjahr. Doch aus Sorge darüber, wie sein Umfeld reagieren könnte und weil ihm Begriffe wie trans, queer, nicht-binär fehlen, verschweigt Linus lange, wer er wirklich ist. Mit dem Satz «Ich bin Linus» beginnt im Sommer 2017 sein neues Leben, das endlich nicht mehr von Scham, sondern Befreiung geprägt ist. Offen erzählt Linus Giese von seiner zweiten Pubertät, euphorischen Gefühlen in der Herrenabteilung, beklemmenden Arztbesuchen, bürokratischen Hürden, Selbstzweifeln, Freundschaft und Solidarität, von der Macht der Sprache und digitaler Gewalt. Seit seinem Coming-Out engagiert sich Linus für die Rechte von trans Menschen. Vor allem im Netz, aber nicht nur dort, begegnet ihm seither immer wieder Hass. Doch Schweigen ist für ihn keine Option.

Linus Giese, geb. 1986 in Bremen, ist studierter Germanist und arbeitet seit November 2017 als Blogger, Journalist und Buchhändler in Berlin. Auf buzzaldrins.de schreibt er über Bücher und auf ichbinslinus.de über seine Transition. Er rezensiert auf seinem Buchblog vor allem anspruchsvolle zeitgenössische Literatur und ist auf verschiedenen Buchmessen präsent. Daneben verfasste Giese mehrere Artikel für überregionale Zeitungen, in denen er sich mit Transrechten, Geschlechterrollen und Transfeindlichkeit auseinandersetzt.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen, dem Rat und Tat Zentrum, Trans e.V. und dem Queer Power Month Bremen veranstaltet das virtuelle Literaturhaus eine Veranstaltungsreihe zu queeren Themen. Die neue Reihe findet von September – dem Queer Power Month – bis November 2021 statt und bietet unterschiedliche Formate wie Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Musikveranstaltungen für Kinder und Erwachsene an.

Moderation: Katharina Guleikoff
Büchertisch: BUCHHANDLUNG BUNTENTOR
Eintritt frei, Spenden erwünscht
Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist auf 50 begrenzt.
Anmeldung bei der > Stadtbibliothek erforderlich.

Diese Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft, dem Senator für Kultur und dem Bremer Literaturkontor.

Foto: Annette Etges