6. FERNANDO PESSOA: DAS BUCH DER UNRUHE…

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Datum/Zeit
Date(s) - 20/04/2021
Ganztägig

Veranstaltungsort
Online

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Lissabon ist die weiße Stadt am Meer, in der sich Traum und Sehnsucht treffen. Keiner konnte ihre Melancholie und Einsamkeit besser ermessen als Fernando Pessoa. Hinter immer neuen Masken schlüpft er durch die engen Gassen, um mit jedem Blick eine neue Szene des großen Welttheaters zu erhaschen.
Mit kleinen Schritten und einem träumenden Schauen durchmaß Fernando Pessoa Lissabons Baixa und erfasste geradezu millimetergenau das Um-ihn-herum-Universum mit seinen unablässig vorüberziehenden, parlierenden oder in der Nachmittagsruhe vor sich hin dösenden Menschen, mit den Gerüchen der Kaffeehäuser und Kneipen, dem Gebimmel der elektrischen Straßenbahn und dem vom Meer über den Tejo kommenden Wind, der durch die engen Gassen der Lissaboner Unterstadt weht. Eine lebendige Stadt, die eine ganz eigene anmutige Melancholie atmet. Sie gab die Bühne ab für das, was Pessoa »Das Drama im Menschen« nannte. »Das Buch der Unruhe« ist so etwas wie der Spielboden für seine literarischen Schöpfungen – nichts weniger als ein Weltentwurf des Inszenators Fernando Pessoa.

»Das Buch der Unruhe« von Fernando Pessoa
Dieses zentrale Hauptwerk Pessoas erschien erstmals 1982 in einem Verlag in Lissabon, 47 Jahre nach dem Tod des Autors. Es handelt sich dabei um tagebuchartige Aufzeichnungen, Notizen und Betrachtungen des pessoanischen Alter Egos “Bernardo Soares”, an denen Pessoa über 20 Jahre, von 1913 bis 1934, geschrieben hat. Die portugiesischen Herausgeber haben mit der überaus schwierigen Entzifferung der hand- und maschinengeschriebenen losen Sammlung von Texten und Textfragmenten Pionierarbeit geleistet. Heute gilt er als der bedeutendste portugiesische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und als eine der Schlüsselfiguren der literarischen Moderne. Tagsüber als Handelskorrespondent in der Lissabonner Unterstadt tätig, schrieb Pessoa abends für seine legendäre „Truhe“, in der die meisten seiner unveröffentlichten Manuskripte gelandet sind. Pessoa war ein dem Schreiben Verfallener.
Ich bin der Zwischenraum zwischen dem, was ich bin, und dem, was ich nicht bin, zwischen dem, was ich träume, und dem, was das Leben aus mir gemacht hat, der abstrakte und leibliche Mittelwert zwischen Dingen, die nichts sind, da ich ebenfalls nichts bin. Welche Unruhe, wenn ich fühle, welch Unbehagen, wenn ich denke, welche Nutzlosigkeit, wenn ich will! (Fernando Pessoa)

Unsere Lesung in 10 Teilen
Liebes Publikum, wir präsentieren Ihnen den vollständigen Text. Was machen Sie nun mit dieser Fülle an Literatur? Sie können uns an 10 Sitzungen durch das ganze Buch folgen und sich mit uns durch die Gedanken Pessoas treiben lassen. Sie dürfen aber natürlich auch jeder Zeit innehalten, eine Zeile oder einen ganzen Text noch einmal anhören, um den Worten nachzusinnen, was Sie Ihnen ganz persönlich sagen wollen… Viel Spaß beim Zuhören!

Übersetzung: Inés Koebel. Hrsg.: Richard Zenith. Konzept/Textbearbeitung: Michael Meyer.
Lesung in 10 Teilen. Mit Michael Meyer (Teil 1 und 6), Simon Elias (Teil 2), Erik Roßbander (Teil 3), Peter Lüchinger (Teil 4), Svea Meiken Auerbach (Teil 5 und Teil 8), Petra-Janina Schultz (Teil 7), weitere folgen…

Aufzeichnung – kostenfrei unter »LINK« abrufbar