SHAKESPEARE IM PARK – 23. Theatersommer

Der August ist für die bremer shakespeare company ein Open Air Monat: am 19. August geht es bereits im Park der Stiftung Gut Hodenberg mit „König Lear“ los und ab dem 22. August präsentiert sie wieder an 5 Tagen 5 ihrer Repertoire-Highlights im Bremer Bürgerpark, inklusive gemeinsames Picknick mit Unterhaltungshäppchen am Samstag.

„SHAKESPEARE IM PARK“

CALL ME, BOB DYLAN…PLEASE!

Konzeption/R/B: Nora Somaini. K: Miriam Schliehe. Musikalische Einrichtung: Kristian Hoffmeister. Mit: Svea Auerbach, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Markus Seuß.

Das Telefon klingelt und klingelt, doch der Künstler, dem soeben der Literaturnobelpreis 2016 zuerkannt wurde, nimmt einfach den Hörer nicht ab: Bob Dylan! Die Nobelpreisvergabe 2016 und die zwei Wochen Rückmeldungsfrist bilden den Rahmen des Abends: innerhalb dieser Zeit hat Bob Dylan Zeit, den Preis anzunehmen. Zeit, in skurril-humorvoll verfremdeten Szenen seine Lebensstationen nachzuzeichnen: künstlerische Wegbereiter und Wegbegleiter, scheiternde Liebesgeschichten, Lebenskrisen und Comebacks. Warum hat sich Dylan alias Robert Zimmerman so lange nicht zurückgemeldet, nachdem ihm der Preis verliehen wurde? Angst oder Arroganz? Was macht so ein Preis mit der Schaffenskraft eines Künstlers? Unterschiedliche Schauspieler schlüpfen immer wieder in die Rolle des berühmten Song-Poeten, aufgelockert wird der Abend von musikalischen Einlagen, manche davon auf Deutsch gesungen, was die altbekannten Songs um eine unerwartete Facette bereichert. Der Abend gleicht einer Forschungsreise zur Quelle von Bob Dylans Dichtung: Die Literaturwissenschaft fahndet akribisch nach literarischen Verweisen und Präzedenzen, um sein Werk zu entschlüsseln. Dabei trifft sie immer wieder auf William Shakespeare, der ein Fixstern in Bob Dylans poetischem Referenzuniversum ist. Beide Künstlerpersönlichkeiten sind große Unbekannte, doch scheint sie etwas zu verbinden, was für Nichtkünstler schwer zu fassen und noch weniger zu erklären ist: Kreativität!

Mittwoch, 22. August, 20.00-22.00 Uhr im Bürgerpark/Melcherswiese.

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SHAKESPEARE DURCH DIE BLUME

Idee/Text: Christian Bergmann, Renate Heitmann, Markus Seuß. R: Christian Bergmann, Markus Seuß. Regieassistenz: Julia Redder. B/K: Heike Neugebauer. Mit: Christian Bergmann, Tobias Dürr, Ulrike Knospe, Erika Spalke, Markus Seuß, Andrea zum Felde.

London, Sommer 1595. Die Karriere des aufstrebenden Jung-Autoren William Shakespeare ist ins Stocken geraten. Die Finanzierung seines neuen Stücks über einen depressiven dänischen Prinzen steht auf der Kippe. Und dann überbringt ihm sein Mäzen, Lord Essex, auch noch einen höchst dringenden Schreibauftrag: ein Stück zur Einweihung der neuen Gärten von Queen Elizabeth I. sei gewünscht! Sein Diener Puckenious hat die größte Mühe, dem Genie seines Meisters auf die Sprünge zu helfen. Er lotst eine fahrende Schauspieltruppe rund um den Star und Frauenschwarm Richard Burbage her. Gemeinsam durchforsten sie seine bisherigen Stücke und entdecken erstaunliches poetisches Potential Blumen, Kräuter, Gräser und Wälder. Da seufzt Romeo unter einem Berg-Ahorn – oder ist es eine Trauerweide? Sycamore-tree oder „sick amor tree“? Liebende besingen die Schönheit der Rose, Pater Lorenzo schwört auf die Kräfte der Natur, denn aus Kräutern destilliert er sowohl Gift als auch Medizin, ein ganzer Wald setzt sich in Bewegung und Birnen und Pflaumen bezeichnen nicht nur leckere Früchte… Als dann noch Elfen, Hexen und Zauberei ins Spiel kommen, hat am Ende dieser Sommernacht Shakespeare nicht nur sein Stück über Pflanzen fertig gebracht, auch seinem Held aus Dänemark winkt eine zweite Chance. Für „Shakespeare durch die Blume“ wurden Szenen und Lieder aus „Hamlet“, „Romeo und Julia“, „Macbeth“, „Ein Sommernachtstraum“, „Ende gut, alles gut“ uva. Behutsam ausgegraben, miteinander gekreuzt, wieder eingepflanzt, gut gedüngt und gegossen. Gewachsen ist ein amüsanter, kurzweiliger Abend über die Mühen und Freuden des Theaterlebens vor und hinter den Kulissen, gespickt mit vielen Zitaten.

Donnerstag, 23. August, 20.00-21.30 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

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MARIA STUART

Von Friedrich Schiller R: Petra-Janina Schultz. B/K: Hannah Zimmermann. M/Sounds: Stefan Rapp. Mit: Ulrike Knospe, Franziska Mencz, Michael Meyer, Markus Seuß.

Rund 200 Jahre nach William Shakespeare hat Friedrich Schiller aus dem Konflikt zwischen Maria Stuart und Elizabeth I. einer seiner größten Tragödie geschaffen. Seit beinahe 20 Jahren ist Maria Stuart ohne Gerichtsverfahren inhaftiert: eine politische Gefangene der Königin von England und noch immer eine Bedrohung ihrer Regentschaft. Denn ihr Konflikt um die Herrschaft ist gleichzeitig ein Kampf zwischen katholischen und protestantischen Kräften, die um die Vorherrschaft auf der Insel ringen. Von ihrem Selbstverständnis her, sind beide dazu prädestiniert, als Königin über England zu herrschen, doch die katholischen Mächte in Europa sehen in Elizabeth I. eine Ketzerin und in Maria Stuart ein Instrument, auch England wieder dem Papst zu unterwerfen. In dem Leben der beiden Frauen gibt es keine Trennung zwischen privat und politisch, die Blicke der Welt lassen keinen ihrer Schritte und Handlungen unbeobachtet. Ihren Anspruch auf die Alleinherrschaft verteidigen beide mit Manipulation und Zwang, um gegen Feinde und falsche Freunde zu bestehen. Der biographische Punkt, an dem sich Maria Stuart und Elisabeth treffen ist der Wendepunkt: Das Todesurteil gegen Maria ist geschrieben und Elisabeth zögert, es zu unterschreiben. Elisabeth weiß: wenn sie Maria hinrichten lässt, wird das die ganze Welt in zwei kriegerische Lager spalten. Ist sie stark genug für diesen Befehl? Muss wirklich sie es sein, die diese folgenschwere Entscheidung trifft?

Freitag, 24. August, 20.00-22.30 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

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Samstag, 25. August Picknick mit „Gaumenfreude à la Shakespeare“. Ab 18.00 Uhr. Zutritt mit gültiger Eintrittskarte für die Abendvorstellung „Der Sturm“. Zuschauer können Picknick selbst mitbringen oder das Picknick-Arrangement des Falstaff vorbestellen (für 2 Personen 25,- €), Bestellung per Mail an: mail@falstaff-bremen.de

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DER STURM

Zum letzten Mal! von William Shakespeare. Ü: Rainer Iwersen. SpFg/R: Lee Beagley. B/K: Heike Neugebauer. M: Andy Frizell. Maske: Rosi Algra. Mit: Svea M. Auerbach, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Theresa Rose, Erik Roßbander, Petra-Janina Schultz, Markus Seuß.

Vor 12 Jahren war Prospero, ehemals Herzog von Mailand, von seinem Bruder vom Thron gestoßen und mit seiner Tochter Miranda auf dem Meer ausgesetzt worden. Jetzt beherrscht er eine einsame Insel und die Künste der Magie, mit denen er sich den halbwilden Sohn einer Zauberin, Caliban, und den Luftgeist Ariel zu Sklaven gemacht hat. Als seine ehemaligen Widersacher Herzog Antonio von Mailand, Prosperos Bruder, König Alonso von Neapel, sein Sohn Ferdinand und ihr Gefolge an seiner Insel vorbeisegeln, sieht er seinen Moment der Rache gekommen, entfacht einen gewaltigen Sturm und lässt die reisende Hofgesellschaft Schiffbruch erleiden. Widerstreitende Gefühle beherrschen ihn: so lässt er zu, dass sich Ferdinand und Miranda ineinander verlieben, doch seine alten Rivalen setzt er üblen Schikanen aus. Antonio, unbelehrbar intrigant, heckt einen Plan aus, Alonso zu ermorden und Neapels Thron zu rauben, was Prospero aber mit Hilfe seines dienstbaren Geistes Ariel zu vereiteln weiß. Alonso, da er seinen Sohn Ferdinand für tot hält, wird schwermütig, während sich die Besatzung des Schiffes dem Trinken ergibt und ihre niedrige Gesinnung an Caliban auslässt. Prospero erkennt, dass er zwar das Geschehen mit seiner Zauberkunst manipulieren, doch die Natur des Menschen nicht verändern kann. Am Ende schwört er der Magie ab und vergibt seinen Feinden. Shakespeares letztes Drama ist eine einzigartige Feier seiner Kunst, die uns seine tiefen Einblicke in das dunkle Labyrinth der menschlichen Natur und seinen grenzenlosen Imaginationsreichtum vor Augen führt.

Samstag, 25. August, 20.00-22.30 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

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EIN SOMMERNACHTSTRAUM

William Shakespeare Ü: Angela Schanelec/Jürgen Gosch. R: Benno Ifland. D: Kerstin Behrens. B/K: Heike Neugebauer. Mit: Ulrike Knospe, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erika Spalke, Erik Roßbander, Petra Janina-Schultz, Markus Seuß.

In Athen können nach altem Gesetz die Eltern die Heiratspartner ihrer Kinder bestimmen und so soll Hermia nach dem Willen ihres Vaters Demetrius ehelichen. Doch Hermia liebt Lysander und er sie, wohingegen Demetrius, der Hermia zur Frau haben will, von der unglücklich verliebten Helena begehrt wird. Der Stimme ihrer Herzen folgend, fliehen Hermia und Lysander in den nächtlichen Athener Wald, doch Demetrius ist ihnen auf den Fersen. Und auch Helena hofft, im Wald endlich einen Weg zu Demetrius Herz zu finden. Der Wald ist das Reich der Elfen und Geister, doch Eifersucht und Zwietracht zwischen Elfenkönig Oberon und seiner Königin Titania machen ihn zu einer gefährlichen Falle für die Liebenden. Selbst wenn Elfenkönig Oberon guten Willens ist, Ordnung zwischen den jungen Athenern zu schaffen – sein Dienerkobold Puck verabreicht die Liebesdroge dem Falschen, so dass hernach beide Männer Hermia verschmähen und Helena nachstellen. Ein Albtraum, in dem sich Liebe in Zweifel, Anbetung in Abscheu und zurück verwandelt. Auch eine Truppe Handwerker, die im Wald ein Theaterstück einstudiert, fällt Zauberkünsten zum Opfer. Den großsprecherischen Zettel verwandelt Puck in einen Esel, dem die Elfenkönigin Titania im Liebesdrogenrausch verfällt. Schlafen, Wachen, Träumen oder Spielen – niemand kehrt aus dieser Nacht der Träume und Täuschungen mit seinen alten Gewissheiten zurück. Eine Komödie über das Ausgeliefertsein des Menschen an seine Sehnsucht, aber auch ein Spiel um das Theater und seine illusionäre Kraft.

Sonntag, 26. August, 18.00-20.30 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

Annette Ruppelt  – bremer shakespeare company – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – Tel.: 0421 – 520 95 12