Veranstaltungsreihe „Reden wir mit…“

Gröpelingen verändert sich in hohem Tempo. Gröpelingen wächst.

Lebten hier 2013 ca. 35.500 Menschen, waren es 2015 bereits 36.500 … mit wachsender Tendenz. Auch der Anteil der Gröpelinger ohne deutschen Pass steigt: Mehr als 10.000 Gröpelinger haben keinen deutschen Pass und damit nicht einmal ein Wahlrecht.

Gröpelingen ist ein arrival-quarter, ein Stadtteil, in dem Menschen aus der ganzen Welt mit ihren Hoffnungen, ihren Ideen und Plänen ankommen. In Gröpelingen finden sie Netzwerke, ihre vertraute Sprache, sie suchen Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und freuen sich über tolerante und offene Nachbarschaften. Aber was wissen wir wirklich voneinander?

Mit der Veranstaltungsreihe „Reden wir mit …“ möchten wir nicht über „die anderen“ reden, sondern mit den verschiedenen Communities. Wir wollen im Stadtteil ein gemeinsames öffentliches Gespräch anstiften und über Bildung, Arbeit und Kultur sprechen.

Unser Ziel: Gemeinsame Themen quer durch alle Communities finden, gemeinsame Strategien entwickeln, Kräfte bündeln für ein demokratisches und kosmopolitisches Gröpelingen.

www.kultur-vor-ort.com, www.gröpelingen-bildet.de, T 0421 – 6197727

Am 6. März 2017, 18.30h reden wir mit … Kirsten Kappert-Gonther, MdBB und Lutz Liffers, Vorstand Kultur Vor Ort e.V. im Atelierhaus Roter Hahn, Gröpelinger Heerstrasse 226 über

Weltsprache Kultur. Was kann kulturelle Bildung in der Einwanderungsgesellschaft leisten?

Die Erwartungen an kulturelle Bildung in von Einwanderung geprägten Stadtteilen sind hoch: sie soll Gemeinschaft stiften, Kinder, Jugendliche und Erwachsene bilden. Sie soll die Fähigkeit fördern, Krisen zu bewältigen und gesellschaftliche Exklusion überwinden helfen. Kulturelle Bildung erweist sich in „superdiversen“ Stadtteilen als echte Weltsprache und „funktioniert“ mit SprachanfängerInnen ebenso wie mit jungen Leuten auf dem Weg zum Abitur, mit Familien, in denen mündliche Erzähltraditionen gepflegt werden und mit Kindern aus von Armut betroffenen Haushalten.

In Gröpelingen haben die Einrichtungen der kulturellen Bildung gemeinsam mit Kitas und Schulen langjährige Erfahrungen über die Möglichkeiten und Grenzen der kulturellen Bildung gemacht. Ausgehend von diesen Erfahrungen und von den Erfahrungen in anderen Stadtteilen gehen wir in diesem Gespräch den Fragen nach, wie gesellschaftliche Veränderungen die kulturelle Bildung herausfordern und welche Strukturen notwendig sind, damit kulturelle Bildung wirken kann.

Dr. Kirsten Kappert-Gonther ist Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist Sprecherin für Gesundheits-, Religions- und Kulturpolitik. www.kappertgonther.de
Am Mo, 3. April 2017, 18.30h reden wir mit … Georgi Dragolov, Deutsch-Bulgarische Gesellschaft DUNAV e.V., im QuartiersBildungszentrum Morgenland, Morgenlandstrasse 43 über

Weggehen aus Bulgarien. Wie gestaltet die bulgarische Community neue Wege zur Bildung in Gröpelingen?

Mit der friedlichen Revolution im ehemaligen Ostblock hat sich Bulgarien in ein freies und demokratisches Land verwandelt. Seit 2007 gehört die kleine Republik im Südosten Europas zur Europäischen Union. Vor diesem vielversprechenden Hintergrund ist aber eine anhaltende Auswanderung zu verzeichnen, wobei Deutschland nur eins unter vielen Zielländern ist, die Bulgaren an sich ziehen. Die Zahl der in Deutschland lebenden Bulgaren hat sich seit dem EU-Beitritt des Landes auf 230.000 verfünffacht. In vielen Städten Deutschlands wird die bulgarische Einwanderung oft misstrauisch beobachtet. Doch über die Einwanderer, ihre Ideen und Projekte wissen wir wenig.

Wer sind diese Frauen und Männer? Warum sind sie in Deutschland? Wie organisieren sie ihre Bildungsstrategien und ihr Kulturleben – beispielsweise – in Gröpelingen?

Georgi Dragolov ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Jacobs University Bremen, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutsch-Bulgarische Gesellschaft DUNAV e.V. und Mitinitiator der bulgarischen Sonntagsschule im Quartiersbildungszentrum Morgenland. www.dbg-dunav.de

Am Mo, 15. Mai 2017, 18.30h reden wir mit … Jasmina Heritani, Vorstand des Vereins Syrische Kultur in Bremen e.V. in der Stadtbibliothek West, Gröpelinger Bibliotheksplatz 1, über

Syrien im Exil. Wie prägen syrische Einwanderer die Bildungs- und Kulturlandschaften der Stadtteile?

Syrische Einwanderung nach Deutschland hat eine lange Tradition. Schon in den 1960ern kamen junge Syrer zum Studium nach Deutschland, um dann zurück nach Syrien zu gehen und dort zu arbeiten. Auch leben seit vielen Jahrzehnten zahlreiche politische Flüchtlinge aus Syrien in Deutschland. Doch mit Beginn des Bürgerkriegs hat sich die Lage grundsätzlich verändert: Ein ganzes Land ist auf der Flucht und Zehntausende von Kriegsflüchtlingen sind in Deutschland angekommen. Wie organisieren diese syrischen Migranten ihr Leben zwischen Bürgerkriegserfahrung und Integration vor Ort? Welche Potentiale und Optionen bringen sie mit und welche Erfahrungen machen sie mit den hier lebenden Menschen?

Jasmina Heritani ist Gröpelingerin und Vorsitzende des Syrischen Exilkulturvereins e.V. Der Verein initiiert zahlreiche Kulturveranstaltungen und organisiert den Dialog der syrischen Community untereinander und mit der Stadtgesellschaft Bremen. Jasmina Heritani promoviert derzeit im Fachbereich Interkulturelle Germanistik/DaF an der Georg August Universität Göttingen. www.seku-deutschland.de

Flyer Reden wir mit