YUROPA

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Datum/Zeit
Date(s) - 18/05/2018 - 19/05/2018
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
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Kategorien


18. & 19. Mai 2018 | 20:00 Uhr |  Schwankhalle Bremen (UA)
23. Mai 2018 | 19:30 Uhr | Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
30. & 31 Mai 2018 |  20:00 Uhr |  Sophiensaele Berlin
THE CHOREONAUTS: 
YUROPA 
Qudus Onikeku, Sebastian Matthias / QDanceCenter Lagos, Nigeria

Mit YUROPA, gefügt aus „Yoruba“, dem Namen einer überwiegend in Nigeria beheimateten Volksgruppe, Sprache und Kultur, und „Europa“, trägt die Kollaboration von Qudus Onikeku und Sebastian Matthias den Entstehungskontext sowie das gemeinsame Anliegen im Titel: Transfers, (Unter)-Wanderungen und Übergänge als Fortsetzung eines andauernden Dialogs kultureller Verflechtung. In Lagos, einer der größten Metropolregionen der Welt, und in Bremen verweben die beiden Choreografen ihre Arbeit mit den Tänzer_innen des nigerianischen QDanceCenter zu einem transkulturellen Groove.

Onikeku verbindet Elemente aus der Akrobatik und der Kultur der Yoruba mit zeitgenössischem Tanz. YUROPA verortet er zwischen magischem Realismus, einer Odyssee und deren abrupter Unterbrechung. Was ist eine Reise in Zeiten humanitärer und existenzieller Krisen? Können wir an eine Zeit anknüpfen, in der es möglich war, sich frei über Grenzen hinweg zu bewegen, um zu teilen und zu lernen? Vier Körper in Transit, in Transition, in Trance, skizzieren ein Miteinander: In einem Freiraum, der an die Vergangenheit anschließt, ohne ihn mit der Bürde der Erinnerung zu füllen. In dem nichts sicher gelingt und alles improvisiert werden muss.

Von hier aus erkundet Matthias mit dem Ensemble, wie sich soziale Situationen organisieren und physisch einschreiben, und wie es ist, sich in unbekannten Umgebungen auf sie einzulassen. Mit choreografischen Mitteln sucht er nach der Möglichkeit, performative Situationen in Akten der Überzeichnung, des Widerstands oder der Fantasie zu verformen. Wenigstens im Theater können wir entscheiden, dass Dinge nicht so bleiben, wie sie beginnen.

Aus Elementen kultureller Erzählungen, ihrem Groove und neuen Ritualen entspinnt sich zwischen Tänzer_innen und Publikum in YUROPA ein eigener Mythos als kollektive Vision.

Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung am 19. Mai.

KONZEPT, CHOREOGRAFIE Qudus Onikeku, Sebastian Matthias TANZ Deborah Aiyegbeni, Chibueze Hermes Iyele, Busayo Olowu MUSIK Olatunde Obajeun
PRODUKTION steptext dance project in Koproduktion mit Ruhrfestspiele Recklinghausen, Tanz! Heilbronn, Theater Bremen.

QUDUS ONIKEKU wurde 1984 in Lagos, Nigeria, geboren. Seine Tanzkunst wurzelt in der traditionellen Yoruba-Philosophie. Sein Interesse gilt dem Acro-Dance, den er virtuos mit zeitgenössischem Tanz, Einflüssen aus Hip-Hop, Capoeira und Tai Chi verbindet. Onikeku beschäftigt sich intensiv mit politischen wie auch ästhetischen Fragen des heutigen Afrika. Nach seinem Studium in Tanz und Akrobatik am Centre National des Arts du Cirque in Châlons-en-Champagne tourte er mit der Alajotas Dance Company, Ibadan, und arbeitete u.a. mit Heddy Maalem, Boris Charmatz und Sidi Larbi Cherkaoui. 2004 kreierte er sein erstes Solo. Sein jüngstes Stück „We Almost Forgot“ (2016) mit 7 Tanzkünstler_innen unterschiedlicher Herkünfte zeigte er in Berlin, Lagos und Abuja. Er ist Gründer und Künstlerischer Leiter von YK Projects / QDanceCenter, einer in Paris und Lagos agierenden Produktions- und Präsentationsplattform.

SEBASTIAN MATTHIAS studierte Tanz an der Juilliard School in NYC und Tanzwissenschaft M.A. an der FU Berlin. In seiner choreografischen Arbeit beschäftigt er sich mit modularen Improvisationssystemen, die er mit seinem Tänzerteam u.a. am tanzhaus nrw und bei Kampnagel, sowie am Theater Freiburg und beim Cullberg Ballett entwickelt. Mit Formaten wie etwa seiner groove space Performanceserie in Berlin, Zürich, Basel, Jakarta, Düsseldorf und Tokio schafft er partizipative Aufführungssituationen, die immer sowohl ein physisches Erlebnis auf höchstem tänzerischen Niveau sind, als auch ein von Tanzenden und Zuschauenden geteilter künstlerischer Forschungsprozess. Von 2012 – 2015 vertiefte er seinen Ansatz mit einem Doktoranden-Stipendium am Graduiertenkolleg „Versammlung und Teilhabe“ der HafenCity Universität Hamburg. Bereits zwei Mal war er auf der Tanzplattform Deutschland vertreten.


With their dance piece’s title YUROPA – a combination of „Yoruba“, a population group, language and culture of Nigeria, and „Europe“ – Qudus Onikeku and Sebastian Matthias refer as well to the context of its creation, as to their shared choreographic interests: traveling, transfers, interactions and transitions as continuations of the ongoing intertwining dialogue of cultures. Together with the dancers of the QDanceCenter Lagos, they develop a captivating transcultural groove.

Onikeku, who danced a.o. with choreographers such as Heddy Maalem, Boris Charmatz and with Sidi Larbi Cherkaoui, and presents his own productions since 2004 in Nigeria, Africa, Europe and globally, links contemporary dance, acrobatics, hip-hop, capoeira and tai chi with elements of the traditional Yoruba philosophy. He locates YUROPA between magical realism, an odyssey and its violent disruption. What is a journey in times of humanitarian and existential crises? Can we still relate to times, where boundaries were freely crossed in order to share and learn? Four bodies in transit, in trance, sketch a coexistence in an unstable, improvised space, which is connected to the past but not filled with the burden of memory.

Beginning from there, Matthias, whose works based on participatory approaches and modular improvisation systems tour internationally, explores aspects of how social situations organize with the ensemble. How do they physically inscribe? How much impact does an unknown environment have on the individual involvement? Using choreographic means, he investigates opportunities of transforming performative situations by acts of overdrawing, resistance or fantasy. At least in the theatre, we can decide that things don’t stay the way they start.

Nourished by elements of cultural narratives and new rituals, and evolving between dancers and spectators, YUROPA forms its own myth as a collective vision.