Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt! Workshops im Rahmen von WIRKLICH WAHR: ALLES SHOW!?

Phantasievolle Erzählungen in Literatur, Film und Theater sind bei vielen Menschen insbesondere dann beliebt, wenn ihre Akteure unkonventionell mit den herrschenden Moralvorstellungen umgehen.

Flyer Wirklich Wahr

Genauso gehören erfundene Geschichten oder auch Lügen in Beziehungen des wirklichen Lebens zweifellos zu den gerne genutzten Mitteln um Konflikten aus dem Weg zu gehen, missliebige Kolleg*innen zu verleumden, oder sich Vorteile zu verschaffen. Zuweilen geht es auch nur um den Spaß, jemanden in die Irre zu führen oder amüsante Gerüchte zu streuen. Ein Narr, wer Böses dabei denkt!

Die Fantasie an die Macht? Täuschungen, falsche Behauptungen und blanke Lügen waren schon immer auch Mittel zur Erreichung politischer Zwecke. Doch die medialen Möglichkeiten, gefühlte Wahrheiten unkontrolliert mit größter Reichweite zu verbreiten, waren noch nie so effektiv wie heute. Eitles Gepose machtversessener Politiker*innen wird über soziale Netzwerke ebenso unterhaltsam, spektakulär und rücksichtslos in Szene gesetzt wie populistische Angriffe auf demokratisch verfasste Gesellschaften oder Angehörige von Minderheiten.

Ist es wirklich wahr, dass auf den Schauplätzen von Attentaten an amerikanischen Schulen nur bezahlte Schauspieler auftreten? Dass es tatsächlich gar nicht so viele Attentate gibt, sondern diese als Inszenierungen von Befürwortern schärferer Waffengesetze präsentiert werden? Was bewirken derart krude Verschwörungstheorien oder auch alternative Fakten? Rechtsextreme Trolle sollen mit Hashtags wie #TraudichDeutschland und #Merkelmussweg sowie Hasskommentaren gegen Wahlvideos demokratischer Parteien das Wahlergebnis der AfD maßgeblich beeinflusst haben: Wirklich wahr? Wird die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion zunehmend fließend? Und wenn ja: Was bedeutet das?
It´s Showtime! Machen wir uns was vor!

Workshops:

Anmeldung für alle Workshops: Medienwerkstatt Schlachthof unter Tel 0421-3777533 oder medien@schlachtof-bremen.de

Poetry Slam: Fakten in Takten

Sind Worte deine Waffen im Kampf des Alltags? Hast du tausend Ideen, aber keine Ahnung wohin damit? Hast du eine Ahnung wohin damit, aber keine Ideen? Du hast Zettel voller fantastischer Anfänge von Kurzgeschichten, aber es fehlt noch das Ende? Du hast etwas zu sagen, aber dir fehlen die Worte? Du bestellst dir deine Pizza in Reimform? Haben rosafarbene Elefanten mehr Augen als Mittags? Merkst du langsam, dass diese Fragen nicht wirklich zu etwas führen und überlegst dir, was das soll? Sehr gut!

Beim Poetry Slam Workshop bist du richtig. Gemeinsam setzten wir uns mit deinen Ideen und dem Begriff Wahrheit auseinander. Wir schreiben an verschiedenen Orten um und im Kulturzentrum Schlachthof und finden passende Ausdrucksformen. Mitbringen musst du nichts, außer den Drang etwas zu sagen. Die Texte können am 16. Juni bei einem „Running Mic“ präsentiert werden.

Workshopleitung: Eva Matz
Termine: 26. und 27. Mai, 2. und 3. Juni, samstags und sonntags, 12-18 Uhr, Freitag 8. Juni, n.V. und Sonntag 10. Juni, 12-18 Uhr, Präsentation am Samstag 16. Juni
Anmeldeschluss: Freitag 11. Mai
Ab 16 Jahren
Teilnahmegebühr: 60-150 € nach Selbsteinschätzung
Ort: Kulturzentrum Schlachthof

Kreatives Schreiben:  Fake Reportagen erkennen und produzieren

Welchen Nachrichten können wir im Zeitalter von Fake News noch glauben? Woher wissen wir, ob ein Artikel, ein Radiobeitrag oder ein Nachrichtenvideo auf seriösen Quellen basiert oder nicht? Und sind manchmal nicht gerade jene Geschichten faszinierend und erfolgreich, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen oder gar ihre ganze eigene konstruieren?

In diesem Workshop wollen wir uns zu Anfang einige Beispiele für gezielte Falschmeldungen, sensationslüsterne Berichte und gefakte Reportagen anschauen, um uns mit deren Strukturen vertraut zu machen. Im nächsten Schritt geht es um die eigene Produktion von ausgedachten Geschichten, Interviews oder Reportagen, die vorgeben, wahr zu sein.

Beim Schreiben wollen wir auch die Faszination solcher Fake-Texte ergründen und uns dabei ganz ehrlich selbst fragen, ob es vielleicht nicht einfach viel mehr Spaß macht, statt eines faktentreuen Berichts eine erfundene Reportage zu schreiben.

Der Workshop richtet sich an Erwachsene und findet an drei Tagen statt. Zwischen den einzelnen Terminen ist vorgesehen, dass alle Teilnehmer*innen weiter an ihren Texten arbeiten. An den Workshop-Tagen soll neben dem Schreiben, der Austausch und das Besprechen der eigenen Arbeiten im Mittelpunkt stehen. Abschließend ist eine Veröffentlichung der ausgearbeiteten Texte (z.B. auf der Homepage des Schlachthofs oder im Z-Magazin) denkbar.

Workshopleitung: Jens Laloire
Termine: 26. Mai, 9. und 16. Juni, samstags 14-19 Uhr
Anmeldeschluss: Dienstag 8. Mai
Für Erwachsene
Teilnahmegebühr: 80-150 € nach Selbsteinschätzung
Ort: Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19

Internet: Lügen und Wahrheiten im Netz

Alles Lüge!? Zum Umgang mit Fake News und Hate Speech. Mit dem Internet haben sich die Möglichkeiten von Kommunikation grundlegend verändert. Jede*r kann Sender sein und potentiell die ganze Welt erreichen. Aber zivilgesellschaftliche Regeln müssen sich im digitalen Raum erst noch etablieren, was durch die Mechanismen des Internets und der sozialen Netzwerke erschwert wird.

In dem Workshop behandeln wir die Themen Fake News und Hate Speech: Welchen Inhalten im Netz kann man vertrauen? Woran lassen sich Fake News erkennen und was sind die Intentionen? Was verbirgt sich eigentlich hinter „Lügenpresse“? Wer ist besonders von Hate Speech betroffen und welche Gegenstrategien sind möglich? Wir geben Einblicke in unsere pädagogische Praxis aus dem Projekt #denk_net, erproben unterschiedliche Methoden und Tools und setzen uns mit aktuellen Netzdiskursen auseinander.

Workshopleitung: Barbara Westhof und Lina Thee
Termine: Freitag 8. Juni, 19-21 Uhr
und Samstag 9. Juni, 14-20 Uhr
Anmeldeschluss: Freitag 25. Mai
Für Erwachsene
Teilnahmegebühr: 40-100 € nach Selbsteinschätzung
Ort: Kulturzentrum Schlachthof

Kurzfilm: Die Wahrheit 24 mal pro Sekunde

Was zu beweisen wäre?! Deshalb geht es in diesem Workshop um die Kunst des filmischen Erzählens. Bei der gemeinsamen Produktion eines Kurzfilms werden die Teilnehmer*innen mit einer eigenen Geschichte der Wahrheit auf den Grund gehen. Sie werden Filmemacher*innen und Darsteller*innen sein – die Zuschauer*innen vielleicht täuschen, verwirren, oder provozieren – wir werden es sehen.

Auf jeden Fall lernen sie verschiedene Formen filmischer Erzählung und die wesentlichen Tätigkeiten des Filmschaffens kennen. Der Film wird beim Premierenabend des Kurzfilmwettbewerbs gezeigt. Der 5-tägige Workshop ist für Jugendliche und ältere Erwachsene.

Workshopleitung: Susan Keiper und Team Medienwerkstatt
Termin: 2. bis 6. Juli, Montag bis Freitag 10.30-16.30 Uhr,
mit Mittagessen
Anmeldeschluss: Montag 18. Juni
Für Jugendliche ab 14 Jahren und ältere Erwachsene
Teilnahmegebühr: 60-150 € nach Selbsteinschätzung
Ort: Kulturzentrum Schlachthof

Foto: Ein Bild wird wahr!

Durch aufmerksame Beobachtung und mit suchendem Blick entwickeln wir Bilder zu Geschichten oder Geschichten zu Bildern, die neugierig machen ohne ihre Geheimnisse zu verraten. Fotos zwischen Dokumentation und Manipulation: Zeigen uns die Motive wie es wirklich ist oder sollten wir die Glaubwürdigkeit von Fotos in Frage stellen? Was bedeutet es, wenn wir nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Fiktion unterscheiden können?

Ein spannender Fotoworkshop, der diesen Fragen mit Diskussionen, Ideenfindung, fotografischer Praxis und Methoden auf den Grund gehen wird. Die Teilnehmer*innen erarbeiten eigene Projekte zum Thema, setzen sie um und präsentieren sie im Rahmen der Ausstellung in der Gleishalle am Güterbahnhof. Der Fotoworkshop findet in Kooperation mit dem KUBO (Kultur- und Bildungsverein Ostertor) statt.

Workshopleitung: Andrea Stücke und Christina Kühn
Termin: 30. Juli bis 3. August, Montag bis Freitag, 10-15 Uhr
Ab 16 Jahren
Anmeldeschluss: Freitag 13. Juli
Teilnahmegebühr: 60-120 € nach Selbsteinschätzung
Ort: Gleishalle, Am Güterbahnhof, Beim Handelsmuseum 9