22. THEATERSOMMER: SHAKESPEARE IM PARK

Der 22. THEATERSOMMER: SHAKESPEARE IM PARK startet in der nächsten Woche. Vom 16. bis zum 20. August zeigt die bremer shakespeare company an jedem Abend ein anderes Theaterhighlight aus ihrem Repertoire. Und die fantastische Outdoor-Atmonsphäre auf der Melcherswiese im Bürgerpark gibt es gratis dazu.

Mittwoch, 16. August, 20.00-22.45 Uhr im Bürgerpark/Melcherswiese.

KING CHARLES III von Mike Bartlett. Ausgezeichnet mit dem Monica-Bleibtreu-Preis der Privattheatertage 2017. Ü: Rainer Iwersen. R: Stefan Otteni. B: Peter Scior. K: Heike Neugebauer. Mit: Svea Auerbach, Tobias Dürr, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Theresa Rose, Petra-Janina Schultz, Markus Seuß. Als Königin Elisabeth II stirbt, steht ihr Sohn Charles als rechtmäßiger dynastischer Thronerbe bereit: als König Charles III wird er ihr folgen. Doch in der sensiblen Phase zwischen der Beerdigung seiner Mutter und seiner offiziellen Inthronisation, überwirft er sich mit dem Premierminister, der ihn drängt ein Gesetz zu unterzeichnen, das letztlich die Beschränkung der Pressefreiheit bedeutet. Charles beruft sich auf seine monarchische und konstitutionelle Rolle als Beschützer der demokratischen Grundrechte. Der Konflikt findet seine Fortsetzung in familiärem Zwist: sein Sohn William sieht sich – unter dem Einfluss von Ehefrau Kate – aufgrund öffentlicher Beliebtheit und Medienpräsenz eher dazu legitimiert, den Thron zu besteigen, als sein Vater mit seinem traditionellem Selbstverständnis. Katherine intrigiert zusammen mit dem Premierminister, um William auf den Thron zu bringen. Sein zweiter Sohn Harry geht sogar so weit, dass er wegen einer Mesalliance mit einer Bürgerlichen mit halbseidener Vergangenheit, sogar seine dynastischen Rechte und adligen Titel aufgeben möchte. Und dann ist da noch der Geist Dianas, dessen Einflüsterungen über Macht und Größe sowohl Charles als auch William erliegen. Mike Bartletts Drama steht inhaltlich und sprachlich in der Tradition der Königs- und Historiendramen William Shakespeares. Es verbindet die privaten Konflikte eines Monarchen mit politischen Ereignissen und kontrastiert den „Glamour“ der royalen Familie mit der Frage nach der Legitimität der Monarchie heutzutage. Dabei beleuchtet es kritisch die Manipulationen und Intrigen, mit denen demokratisch gewählte Volksvertreter politische Fakten schaffen.

Donnerstag, 17. August, 20.00-22.40 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

VIEL LÄRM UM NICHTS von William Shakespeare. Ü: Maik Hamburger. R: Lee Beagley. B: Heike Neugebauer. K. Uschi Leinhäuser. Mit: Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Theresa Rose, Petra-Janina Schultz. Regisseur Lee Beagley hat die Komödie um die Brautwerbung von drei heimkehrenden Soldaten wie eine filmische Rückblende inszeniert. Beim Kramen auf einem Dachboden fallen Jugendlichen Alben mit gerahmten Fotos in die Hände. Männer in Uniformen des 2. Weltkrieges. Frauen mit schmalen Kostümen und hochgesteckten Haaren lächeln in immer wieder wechselnden Gruppenkonstellationen den Betrachter an. Vom Grammophon erklingt Swing der 40er Jahre. Hinter den eingefrorenen und goldgerahmten Bildern verbirgt sich eine bewegte und bewegende Geschichte? Ein Krieg ist vorbei, und das Leben könnte endlich wieder schön werden: drei Heimkehrer, Claudio, Benedick und Don Pedro, statten einem alten Freund auf seinem Landgut einen Besuch ab. Romantik liegt in der Luft, denn sie werden bereits von der Tochter des Hauses, Hero, und ihrer Cousine Beatrice erwartet. Claudio, als Soldat hochdekoriert, doch als Mann eher unsicher, wirbt um die Hand der schönen und sittsamen Hero, die er mit der Hilfe seines Freundes Don Pedro auch erhält. Beatrice dagegen, anscheinend heiratsscheu und schlagfertig, liefert sich ebenso hartnäckige, wie amüsante Wortgefechte mit dem steifleinernen Benedick. Niemand rechnet mit der bösartigen Intrige des unehelichen Bruders, Don John. Seine Verleumdung diffamiert die sittsame Hero als Flittchen, und die ehrpusseligen Freunde fallen auf die Lüge herein. Die geschockte Hero, bereits als Braut geschmückt, fällt vor dem Traualtar in eine todesähnliche Ohnmacht. Zum Glück entdeckt eine Truppe tölpelhafter Gerichtsdiener die Wahrheit. Vor dem Happyend muss sich Claudio kräftig zum Narren machen, um bei Hero Abbitte für sein Misstrauen zu leisten. Eine höchst vergnügliche Intrige muss der heiratsscheue Benedick „erleiden“: Um ihn in den Hafen der Ehe mit der „Männerverächterin“ Beatrice zu lotsen, führen seine Freunde ihn an der Nase herum – mit Erfolg. Eine heiter-romantische Komödie voll spritzig-geistreichen Wortwitzes. Anklänge an eine klassische screwball-comedy sind durchaus beabsichtigt.

Freitag, 18. August, 20.00-22.30 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

WAS IHR WOLLT Von William Shakespeare Ü: Rainer Iwersen. R: Ulrich Greb. Ausstattung: Hanna Zimmermann. Mit: Svea Auerbach, Philipp Michael Börner, Jean Baptiste Gama, Michael Meyer, Theresa Rose, Petra-Janina Schultz. „Was ihr wollt“ ist William Shakespeares berühmteste Verkleidungskomödien. Zu Shakespeares Zeit wurde das reizvolle Rollenspiel noch dadurch gesteigert, dass junge, feminin wirkende Männer, „boy actors“ die Frauenrollen auf der Bühne spielten. Regisseur Ulrich Greb dreht die konventionelle Besetzung konsequent um: Frauen spielen Männerrollen und Männer die Frauenrollen – in Zeiten zunehmender Verunsicherung der Geschlechteridentitäten eine radikale Umsetzung der aktuellen Genderdiskussion. Die normative Kraft von Rollenzuschreibungen wird so überdeutlich: das turbulente Spiel von Erwartungen und Projektionen führt jede geschlechtsspezifische Kategorie ad absurdum. Das Land Illyrien, an dessen Gestade die Viola nach einem Schiffunglück strandet, ist ein Land, in dem jeder narzisstisch auf seine Selbstbestimmung und sein Selbstdesign fokussiert ist. Viola hat bei dem Unglück ihren Zwillingsbruder Sebastian verloren und verkleidet sich als junger Mann, um sich beim regierenden Fürsten Orsino als Page zu verdingen. Orsino ist in Olivia verliebt, die wiederum den Tod ihre Bruders nicht verwinden kann und will. Als jedoch der hübsche Page, der sich Cesario nennt, bei ihr auftaucht, um ihr Nachrichten der Liebe von Orsino zu überbringen, sprechen auch ihre Gefühle – allerdings für Cesario, nicht für Orsino. Für komische Momente sorgt eine Truppe höchst frecher und parasitärer Verwandte, die an Olivias Hof herumlungert und der puritanisch-steiferHaushofmeister macht sich Hoffnungen auf gesellschaftlichen Aufstieg – über eine Heirat mit ihr!

Samstag, 19. August ab 18.00 Uhr.

Zutritt mit gültiger Eintrittskarte für die Abendvorstellung „Richard III“. PICKNICK MIT „GAUMENFREUDE À LA SHAKESPEARE“ Zuschauer können Picknick selbst mitbringen oder das Picknick-Arrangement des Falstaff vorbestellen (für 2 Personen 25,- €). Tel. wie VVK oder per Mail an: anna.aleff@shakespeare-company.com

Samstag, 19. August, 20.00-22.40 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

RICHARD III Ü: Thomas Brasch. R/B: Ricarda Beilharz. D: Eva-Maria Voigtländer. M: Roman Beilharz. K: Heike Neugebauer. Mit: Frank Auerbach, Christian Bergmann, Ulrike Knospe, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Theresa Rose, Kathrin Steinweg. Richard III ist in die Geschichte als Inbild des Bösen, eingegangen, als jemand, dessen äußere Hässlichkeit sich in der Abscheulichkeit seiner Handlungen spiegelt. Auf seinem Weg an die Spitze eines verkommenen Staatsgebildes ist Richard ohne Skrupel. Er tötet seine engsten Verwandten, schreckt auch vor Morden an Kindern nicht zurück, verführt die Witwe eines von ihm ermordeten Prinzen und lässt seine Komplizen nach getaner Arbeit köpfen. Die Inszenierung zeigt ihn als Teil einer korrupten Gesellschaft, in der jeder nicht weniger schuldig ist als er. Er ist ein Spieler-Virtuose, in diesem Machtspiel pokert er mit dem höchsten Einsatz bis zur Selbst-Vernichtung. Weit müssen wir nicht schauen, um die Richards unserer Zeit zu entdecken, die Gesellschaften und politischen Systeme, in denen Vertrauen tödlich sein kann, Verrat nützlich und ein Menschenleben wertlos ist; in denen Grausamkeit erwünscht und ein Gewissen störend ist.

Sonntag, 20. August, 18.00-20.30 Uhr. Im Bürgerpark/Melcherswiese.

EIN SOMMERNACHTSTRAUM Von William Shakespeare Ü: Angela Schanelec/Jürgen Gosch. R: Benno Ifland. B/K: Heike Neugebauer. Mit: Ulrike Knospe, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Theresa Rose, Erik Roßbander, Petra Janina-Schultz, Markus Seuß. Hermia soll Demetrius heiraten, doch Hermia liebt Lysander – die Flucht in den nächtlichen Wald ihr letzter Ausweg. Verfolgt werden sie von Demetrius, der wiederum im Schlepptau Helena hat, die in ihn vergeblich verliebt ist. Der Wald ist das Reich der Elfen und Geister, die nichts als Bosheiten und Streiche im Sinn haben, doch Oberon, ihr Herrscher, will Ordnung in das Liebesleben der Athener bringen. Sein Dienerkobold Puck soll die erschöpft schlafenden Ausreißer mit einem Zaubersaft zu beträufeln, damit sich die richtigen Paare finden. Leider erwischt Puck die Falschen, so dass nach Verabreichung dieser Zauberdroge beide Männer Hermia verschmähen und dafür Helena nachstellen. Nie war das Unglück größer! Und es gibt es noch weitere Opfer des Elfen-Schabernacks: Handwerker proben im Wald ein Theaterstück ein. Den großsprecherischen Zettel verwandelt Puck in einen Esel, der – er weiß kaum, wie ihm geschieht – die Elfenkönigin Titania beglückt. Endlich ist Oberon all der Verirrungen überdrüssig und erlöst die Menschen von seinem Zauber. Aus dieser Nacht kehrt niemand mit seinen alten Gewissheiten wieder zurück.

Bei zweifelhafter Wetterlage tel. Auskunft ab 15:00 Uhr am Tag der Vorstellung unter 0421/ 500333 oder Im Internet – www.shakespeare-company.com Bitte beachten: Die BSAG führt am Wochenende Bauarbeiten durch, mehr Infos unter „News“ auf www.shakespeare-company.com

Foto: Mariann Menke