Sonderausgabe zum 25-jährigen Bestehen von QUARTIER gGmbH

Seit 25 Jahren gestaltet QUARTIER Projekte der kulturellen Bildung und entwickelt dabei in Kooperation mit Schulen, Künstlern und Kulturschaffenden Kulturprojekte genau dort, wo die Menschen leben: in ihren Stadtteilen und Quartieren.

In den Projekten von QUARTIER finden Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft zusammen um ihre Umgebung gemeinsam bunter und lebenswerter zu gestalten. Richtungsweisend war der Gedanke, kulturelle Öffentlichkeit durch die Menschen vor Ort und nicht nur für sie herzustellen. Dieser kulturpädagogische Ansatz fand bundesweiten Zuspruch. Immer wieder wurden die kulturellen Aktivitäten von QUARTIER bundesweit mit Preisen bedacht.

Grund genug also, 25 Jahre erfolgreiche Arbeit zu würdigen. Gefeiert wurde das runde Jubiläum am vergangenen Donnerstag (1.10.2015) bei einem festlichen Senatsempfang in der Oberen Rathaushalle mit über 180 geladenen Gästen – Künstlern und Kulturpädagogen, Sponsoren, Förderern, Kulturpartnern und Projektpartnern und Kulturverantwortlichen.

In ihrer Eröffnungsrede dankte Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz für die über ein Vierteljahrhundert geleistete Arbeit und hob dabei die besonderen Akzente hervor, die QUARTIER mit seinem scheidenden Geschäftsführer Marcel Pouplier an der Spitze immer wieder setzen konnte: „Es sind diese Angebote, die den Blick junger Menschen auf die Kunst richtet und auf diese Weise aufzeigt, dass es auch außerhalb von Konsumgütern Orientierung gibt“.

Die geleistete Arbeit, so Staatsrätin Emigholz weiter, sei gar nicht hoch genug einzuschätzen, denn sie fördere kreative Begabungen, die die Teilnehmenden ein Leben lang für sich und die Gesellschaft einsetzen könnten: „Kreatives Denken entwickelt Lösungen für komplexe Probleme, und dies ist eine Schlüsselqualifikation im Sinne eines lebenslangen Lernens – gerade in einer Welt, die immer vernetzter und komplexer wird.“

Der Kultur, betonte Staatsrätin Emigholz, käme gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels eine Schlüsselrolle zu. Die vielen Projekte von QUARTIER seien ein verbindendes Element der Gesellschaft. Staatsrätin Emigholz: „Diese Arbeit wollen wir weiter stützen, damit sie auch in Zukunft eine nachhaltige Perspektive hat, denn sie trägt zur gesellschaftlichen Entwicklung bei.“

Im Anschluss berichtete Laudator Dr. Narciss Göbbel, Gesellschafter von QUARTIER gGmbH, über die ersten Aktivitäten in den Stadtteilen Tenever und Kattenturm und die Versuche, hier Kulturprojekte durchzuführen: „Das Ziel war, die Hierarchie zwischen Stadtrand und Stadtzentrum zu überwinden. In den Projekten von Quartier entwickelt Kultur Stadtmilieus mit den Mitteln der Kunst und leistet Sozialarbeit im besten Sinne. Bedingt durch die jahrelange Herausforderung einer Arbeit in hoch verdichteten Neubau- Stadtgebieten, die nahezu keinerlei eigene gewachsene Kulturarbeit im Gegensatz zu den historisch gewachsenen Stadteilen hervorbringen konnten, boten sich so immer wieder Chancen, eigensinnige, animierende Modelle künstlerischer Produktionen zur Herstellung kultureller Öffentlichkeit zu entwickeln.“

Nadja Höll, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen, verwies in ihrer Ansprache auf die vielen bundesweiten Auszeichnungen, die Quartier für seine Arbeit erhalten hat und übermittelte Grußworte von den Mitgliedern des Verbands.

Zum Jubiläum ist eine Broschüre erschienen, die die Entwicklung von QUARTIER dokumentiert und Meilensteine aus über 25 Jahren kultureller Bildungsarbeit in „benachteiligten Stadtteilen“ zeigt.

In unseren Büros in Bremen: Breitenweg 41, Ludwigshafener Str. 2b und Theodor-Billroth-Str. 5 können Sie sich den gedruckten Jubiläumskatalog kostenlos abholen.